Beim Heilpädagogischen Arbeiten mit dem Pferd/Heilpädagogisches Reiten steht die individuelle Förderung und Therapie des betreffenden Menschen im Vordergrund. Mit Hilfe des ausgebildeten Therapiepferdes wird der Mensch ganzheitlich, emotional, sozial, geistig und körperlich angesprochen und unterstützt. Der Einsatz des Pferdes ist in Absprache mit dem Klienten zielorientiert, wobei vor allem eine günstige Beeinflussung des Befindens und eine Entwicklungsförderung erreicht werden soll. Die Möglichkeiten des einzelnen Reittherapeuten orientieren sich in der Regel an seinem jeweiligen Grundberuf.
Arbeitsfelder für Reittherapeuten sind z.B. Jugendhilfeeinrichtungen, Kliniken, Vereine, Schulen, Einrichtungen für Menschen mit Behinderungen und eigene Betriebe.
Kinder, Jugendliche und Erwachsene mit Behinderungen oder Störungen im emotionalen, sozialen motorischen, kognitiven, und sensorischen Bereich.
270 UE a 45 min
Der Kurs umfasst vier fünftägige Seminare an verschiedenen Kursorten, um für ein möglichst breites Erfahrungsfeld zu sorgen.
In jedem Seminar sind theoretische und praktische Inhalte vertreten.
Der Kurs schließt mit einer theoretischen Prüfung ab, da man unter Prüfungsbedingungen nicht in der Lage ist, therapeutisch zu arbeiten.
Das Ziel ist es innerhalb eines ethischen Konzeptes einen eigenen Stil zu entwickeln.
1. Grundlagen
1.1. Heilpädagogisches Arbeiten mit Pferden, Heilpädagogisches Reiten.
1.2. Kommunikation - Modell aus der Transaktionsanalyse
1.3. Entwicklung am Pferd
1.4. Selbstverständnis des/der RT
1.5. Ziele, Wirkungsweisen und Möglichkeiten des HPA/HPR
1.6. Bindungsstörungen, Wahrnehmungsstörungen
1.7. Ergänzende Arbeitsschwerpunkte im HPA/HPR
1.8. Elternarbeit
1.9 Integration, Leben mit Behinderung
1.10. Kennenlernen weiterer Arbeitsweisen mit dem Pferd
1.11. Betriebsmanagement
1.12. Öffentlichkeitsarbeit
1.13. Beziehungen in der Familie
2. Praktische Ausbildungsteile
2.1. Beobachtung, Pädagogische Diagnose, Wahrnehmungsschulung
2.2. Zielfindung, Stundenplanung, Reflexion
2.3. Planung und Durchführung von Praxisstunden
2.4. Selbsterfahrung
2.5. Supervision, Intervision
2.6. Administrative Techniken
2.7. Kennenlernen unterschiedlicher Betriebsformen
2.8. Wertschätzender Umgang mit Sprache
2.9. Selbstwert
siehe Voraussetzung Aufbaustufe RT
Teilnahme an allen Seminaren der Aufbaustufe
Die Anmeldung zur Prüfung und der Nachweis über die eingezahlte Prüfungsgebühr muß spätestens 4 Wochen vor dem Prüfungstermin schriftlich bei der Kursleitung vorliegen.
Prüfungsort und -termin werden von der Kursleitung festgelegt und den Kursteilnehmern/innen frühzeitig bekanntgegeben.
Das Prüfungsteam besteht aus zwei Personen, eine mit Zusatzausbildung vom Förderkreis und eine von einem anderen großen Ausbildungsträger des FATP, es handelt sich um berufserfahrene ReittherpeutInnen oder Reitpädagoginnen mit pädagogischer Grundausbildung.
Die Kursleitung ist beratend im Prüfungsausschuss anwesend.
Der Prüfungsausschuss wird für jede Prüfung von der Kursleitung bestellt.
Das Prüfungsamt dürfen solche Personen nicht ausüben, die mit dem/der Bewerber/in verwandt sind oder die den/die Bewerber/in über den gesamten Kurs begleitet haben.
Die Prüfung besteht aus 4 Teilen.
1. Hausarbeit
Umfang 20-25 Seiten
Bestehend aus theoretischem und pferdefachlichen Teilen mit Bezug zum HPA/HPR
2. Colloquium
über diese Hausarbeit
3. Video
über eine selbstständig durchgeführte Einheit im Heilpädagogischen Reiten mit eigenem Pferd ( oder Praxisstelle) mit schriftlicher Selbstreflexion.
4. Prüfungsfall
schriftliche Vorstellung eines Fallbeispieles durch die Prüfer
dazu Prüfungsgespräch in der Kleingruppe
Die Bewertung erfolgt mit "bestanden" oder "nicht bestanden".
Alle Prüfungsteile müssen zur Erteilung des Zertifikates bestanden sein.
Die Prüfung kann auf Antrag zweimal wiederholt werden.
Bestandene Prüfungsteile brauchen nicht wiederholt zu werden, doch ist die Prüfungsgebühr in vollem Umfang zu entrichten.
Bei bestandener Prüfung wird dem/der Bewerber/in eine Urkunde ausgehändigt.