Pferdephilosophie in der Ausbildung des Therapiepferdes

In der pädagogischen und therapeutischen Arbeit setzen wir auf ein selbstbewusstes, zugewandtes und sicheres Pferd. Es wird in seiner Ausbildung auf seinen Aufgabenbereich sorgfältig vorbereitet, verfügt über eine solide Grunderziehung und wird gezielt in seiner Persönlichkeit gefördert.

Für den Förderkreis ist ein gerne mitarbeitendes und mitdenkendes Pferd Voraussetzung für gute Arbeit mit Menschen.

PferdeherdeUnser Konzept der Ausbildung zum Therapiepferd hat sich langjährig bewährt und wir entwickeln es stetig weiter. Sein Kern ist es, den Pferden zu vermitteln, dass ihre Äußerungen erwünscht sind und von uns verstanden und in der Arbeit berücksichtigt werden. Damit erreichen wir zum einen, dass unsere Pferde als selbstständige Partner interessiert in Kontakt mit unseren Klienten gehen. Zum anderen können so Überforderung und Krankheit – ausgelöst durch die therapeutische Arbeit – leichter vermieden werden, da das Pferd gelernt hat, sich zu zeigen.

Durch die intensive Arbeit mit dem Pferd wird es möglich, seine Vorlieben, Stärken und besonderen Talente, aber auch seine Schwächen herauszufinden. So können wir die individuelle Persönlichkeit unseres Pferdes ganz gezielt in der Arbeit einsetzen, ihm ungeliebtes Tun weitgehend ersparen und von seiner Einmaligkeit profitieren.

Unabdingbare Voraussetzung für eine solche Ausbildung ist für uns, dass unsere Pferde möglichst artgerecht leben. Ihr physisches und psychisches Wohlbefinden ist grundsätzlich abhängig von ausreichend freier Bewegung, artgerechten Klima- und Umweltreizen, angemessenem Futter und vor allem der Möglichkeit zu sozialen Kontakten. Daher wünschen wir uns für unsere Therapiepferde eine Offenstallhaltung im Herdenverband, die die individuellen Bedürfnisse aller Pferde berücksichtigt.

Nur so kann das natürliche Sozialverhalten des Pferdes im Therapieverlauf Bedeutung bekommen. In dieser Haltungsform können Natur und Tiere bei der Entwicklung unserer Klienten und für uns als Therapeuten die gleiche wichtige Rolle spielen, wie sie es bei der Entwicklung der Menschheit insgesamt getan haben.

Über eine vielseitige und solide Grundausbildung sowohl vom Boden als auch vom Sattel aus lernen wir und unser Pferd, uns mittels kleinster und feinster Hilfen und Signale miteinander zu verständigen. Dabei benötigt das in der Therapie eingesetzte Pferd ständig Ausgleich und Korrektur möglichst durch eine feste, liebevolle Bezugsperson.

Mit Hilfe des „Signalreitens“ sind auch Menschen mit geringeren Einwirkungsmöglichkeiten in der Lage, sich über Impulse dem Pferd verständlich zu machen und selbständig zu reiten.

Ein nach unseren Grundsätzen gehaltenes und ausgebildetes Pferd ermöglicht es der Reittherapeutin/dem Reittherapeuten bei der Arbeit seine Aufmerksamkeit der Beziehung zwischen Mensch und Pferd zu widmen.