Unser Leitbild in der reittherapeutischen Ausbildung

Die vom Förderkreis angebotene Zusatzausbildung gliedert sich in eine Grund- und Aufbaustufe und wird durch Praktika und reiterliche Qualifikationen ergänzt.

Die Gesamtausbildung ist wachstumsorientiert, das heißt dem Streben jedes Lebewesens (hier: ReittherapeutIn, KlientIn, Pferd) nach Entwicklung wird Raum gegeben. Dies erfordert eine aktive Mitarbeit der TeilnehmerInnen und begünstigt deren entwicklungsfördernde Haltung im Umgang mit Menschen und Tieren. Unser grundsätzliches Anliegen ist das „Sich-Einfühlen“ in die Welt der Pferde (Schwerpunkt der Grundstufe) und die Welt der Menschen mit und ohne Beeinträchtigungen (Schwerpunkt der Aufbaustufe). Den besonderen Möglichkeiten und Grenzen der Therapie mit Pferden in Bezug auf die Arbeit auf der Körperebene und im Bereich der Kommunikation wird während der gesamten Zusatzausbildung Rechnung getragen.

Viele Qualifikationen sind anerkannt und verschiedene Stile in der reiterlichen Ausbildung zwischen Grund- und Aufbaustufe werden berücksichtigt.

Ziel unserer Ausbildung ist die Entwicklung eines persönlichen Stils der TeilnehmerInnen im Rahmen des Ausbildungskonzeptes des Vereins.

In unserem Info-Blatt findet sich zuerst die Äußerung: „Für die Pädagogische/ Therapeutische Arbeit ist ein auf seinen Aufgabenbereich vorbereitetes, ausgeglichenes und mitarbeitendes Pferd Voraussetzung“. Dies ist das fachliche Hauptthema der Grundstufe, in der folgende Grundlagen aufgebaut werden:

  • Wahrnehmung und Gestaltung der Beziehung zwischen Mensch und Pferd
  • Schulung der Selbst- und Fremdwahrnehmung der TeilnehmerInnen
  • Vorstellen und Üben unterschiedlicher Methoden der Pferdeausbildung und Gymnastizierung vom Boden aus
  • Entwicklung eines persönlichen Stils der TeilnehmerInnen, durch den jede/r fachlich kompetent die eigenen Stärken und Neigungen entfalten und entwickeln kann
  • Gesunderhaltung des Pferdes durch Wissen über Pflege, Fütterung und Haltung

Das Lernangebot der Aufbaustufe setzt die begonnene Entwicklung fort. Paul Moors Gedanke: „Nicht gegen den Fehler, sondern für das Fehlende….“ ist tragender Teil:

  • Beziehungsgestaltung im zwischenmenschlichen Bereich auf dem Hintergrund einer klareren und bewußteren Einstellung zur eigenen Person
  • Beobachtungs- und Wahrnehmungsschulung ermöglicht die Unterscheidung von Interpretation und Information sowie das Erkennen der eigenen Grenzen
  • Entwicklung eines bewußten eigenen Arbeitsstils durch praktische Tätigkeit mit Anleitung
  • Vermittlung theoretischer Kenntnisse ermöglicht ein einfühlendes Verständnis für das Gegenüber und eine Erweiterung der eigenen Kompetenz.
  • Kompetenzerweiterung in Bezug auf die Arbeit mit Eltern, Angehörigen oder Bezugspersonen

Die gesamte Ausbildung ist eingebettet in ein ganzheitliches Naturverständnis. Dazu gehören die art- und wesensgerechte Haltung der Pferde sowie das vielfältige Einbeziehen der Natur in die therapeutische Arbeit genauso wie annehmende und wertschätzende Begegnungen, in denen alle Reaktionen, Bedürfnisse und Störungen zum Tragen kommen können.

MitarbeiterInnen, ReferentInnen und PrüferInnen haben unterschiedliche Qualifikationen verschiedener Träger, so dass ein breites fachliches Spektrum erreicht und der Kooperation gegenüber der Konkurrenz der Vorzug gegeben wird.